Lanzarote: Der Skulpturenpark Museo Atlantico

Lanzarote: Der Skulpturenpark Museo Atlantico

Kunst im Auftrag des Umweltschutzes

Lanzarote: Der Skulpturenpark Museo Atlantico

Viele Tauchschulen Besitzer standen dem Projekt Museo Atlantico sehr skeptisch gegenüber. Von einer „Privatisierung des Meeres“ wurde gesprochen und ein Boykott erwogen. Die Idee Eintritt für das Meer zu zahlen, erschien unvorstellbar. Doch als Künstler Jason de Caires Taylor im März 2016 zur Präsentation des Projektes einlädt, ist der Großteil der lokalen Tauchschulen anwesend.

Lanzarote Der Skulpturenpark Museo Atlantico

„Wie kann eine so glatte, starke und große Oberfläche einen Lebensraum begrenzen, der so zerbrechlich ist wie das Meer?“ Mit dieser Frage beginnt die Vorstellung des Museums und Jason erklärt seine Ideen und Motive. Er vermittelt den Eindruck, als liegt ihm das Thema Umweltschutz, vor allem die Verschmutzung des Meeres sehr am Herzen. Eines seiner Grundanliegen ist die Schaffung eines künstlichen Riffs, das Lebensraum für zahlreiche Arten bieten soll. Das Meer als Ausstellungsraum sei für ihn deshalb etwas ganz Besonderes, da erst das Meer das Museum durch Bewuchs vervollständigt. Darüber hinaus verändert auch das Wasser den Skulpturenpark ständig, wodurch die Ausstellung zu einem lebendigen Museum und in Europa einzigartig wird.
Der Skulpturenpark beinhaltet Großteils Statuen von Menschen, deren Abdruck von lebenden Personen genommen und später mit Beton ausgegossen wurde. Es handelt sich um einen speziellen Beton, der für die Ansiedelung von Lebewesen besonders geeignet sei und sich erst nach über 200 Jahren im Meer auflösen soll – ein Symbol für Vergänglichkeit.
Im Jahr 2017 wurden dem Museum weitere Statuen hinzugefügt, so dass es mittlerweile knapp 400 Skulpturen umfasst.

Die einzelnen Figuren sind nicht zufällig gewählt. Im Gegenteil: sie haben immer eine besondere Bedeutung oder nehmen Bezug auf ein aktuelles Thema bzw. auf Lanzarote selbst. So startet das Museum bei den sogenannten „Los Jolateros“: Kleine Kinder in winzigen Booten. Diese werden traditionell aus alten Ölfässern gebaut und für ein Rennen in Arrecife verwendet. Zeitgleich für Lanzarote stehen diese Bötchen auch für die Zukunft der Kinder der Welt. Hervorgehoben wird die Bedenklichkeit des Segelns in einem kleinen wackeligen Blechbötchen.
Ein weiteres Beispiel ist das Flüchtlingsboot, das unter anderem auf das Flüchtlingssterben auf dem Meer hinweist. Eine zusätzliche Bedeutung bekommt das Flüchtlingsboot dadurch, dass nur einige Meter entfernt ein Pärchen steht, das ein „Selfie“ machen möchte. Es regt zum Nachdenken über den heutigen Gebrauch von Technik und zum Thema Voyeurismus an.

Außerdem gibt es einen großen Spiegel, indem sich Taucher/-innen selber betrachten können. Wo hier die Grenze liegt zwischen Selbstreflexion und Spaß sollte jeder selbst entscheiden.

Geführt werden dürfen Tauchgänge am Museum ausschließlich von den speziell geschulten Eco Dive Guids. Diese informieren die Taucher/-innen über die Bedeutung der verschiedenen Figurengruppen und folgen einer fix vorgegebenen Route durch den Skulpturenpark.
Ausschließlich Tauchschulen die vollständig lizensiert sind und über einen Eco Dive Guide verfügen, dürfen diesen Tauchgang anbieten [eine Liste dieser Tauchschulen ist auf http://www.cactlanzarote.com/es/centros-eoma/ zu finden].

Das Museum ist ganz eindeutig etwas Besonders. Abseits vom üblichen Spaßtauchen, regt das Museum zum Nachdenken und Reflektieren an. Dabei schafft es den schwierigen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Vielleicht ist gerade im Urlaub die richtige Zeit ein bisschen nachzudenken und bewusster das zu genießen, was wir besitzen und ein bisschen besser darauf aufzupassen.
Auch weiterhin gibt es Tauchschulen, die diesen Tauchgang nicht anbieten – ob es an fehlenden Lizenzen oder Prinzipientreue liegt ist individuell zu entscheiden. Uns bleibt abschließend nur zu sagen, Jason hat mit seiner Kreativität, seinem Engagement für die Umwelt und seiner unglaublichen Vorstellungskraft etwas ganz Besonderes geschaffen, das jeder einmal gesehen haben sollte.

Die Euro-Divers Lanzarote bieten diesen wunderbaren Tauchgang in Form eines Ganztagesausflugs an. Gemeinsam fahren wir von Puerto del Carmen nach Playa Blanca um am Vormittag den Tauchplatz Playa Flamingo mit Fischschulen, Engelhaien und vielem mehr zu genießen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen besuchen wir das Museum und tauchen im Skulpturenpark von Jason de Caires Taylor. Im Anschluss geht es zurück an die Basis nach Puerto del Carmen wo wir diesen wunderbaren Tauchtag beschließen. (hg)

Tauchplatz

Webseite zum Museo Atlantic

Euro-Divers Lanzarote

Herbert Gfrörer

Lanzarote: Der Skulpturenpark Museo Atlantico
Rate it!

Euro-Divers Worldwide

  • Euro-Divers Spanien Wiederholer Special Juni 2016Euro-Divers Spanien Wiederholer Special Juni 2016 Der Juni 2016 wird ein spezieller Monat bei Euro-Divers Spanien - Cala Joncols für alle unsere Wiederholungsgäste! In den letzten 14 […]
  • März auf Euro-Divers Utopia Beach Club aufräumenMärz auf Euro-Divers Utopia Beach Club aufräumen Als wir im Maerz nach unsrem Urlaub wieder das Tauchcenter sahen, war es ein bisschen veraendert. Der komplette Staff hatte waehrend […]
  • Manta Mania am Boduhiti!Manta Mania am Boduhiti! Seit Anfang des Jahres haben wir mehr und mehr Mantas auf unserer Seite des Atolls gesichtet. Wir fahren regelmaessig mit unseren Snorkel […]
  • Tauchen rund um Velidhu im MaledivenTauchen rund um Velidhu im Malediven Im Februar war es ziemlich voll hier in Velidhu, wir hatten viele Taucher und zudem kam der Tauchclub „Seetuefel“ (Seeteufel) aus der […]
  • First in ParadiseFirst in Paradise Der Artikel FIRST IN PARADISE im Sport Diver Magazine, geschrieben von Al Hornsby, wurde in der Februar 2017 Ausgabe […]
  • Hurghada Dive Centre NewsHurghada Dive Centre News Dieses Jahr war der April gegen Ende leider sehr windig, was uns 2 Ausfluege nach Makadi und Sharm el Naga bescherte. Dafuer hatten wir […]